Stellungnahmen (Archiv)

Sojabohne und Milchfettgehalt der Kühe

Aussage: "(...) Neue Versuche haben gezeigt, dass das Verfüttern von Gentech-Soja an Kühe den Fettgehalt der Milch verändert. (...) Während Kühe, die mit natürlicher Soja gefüttert wurden nur 1,19 kg Milchfett täglich produzieren, erhöhte die Verfütterung von genmanipulierter Soja diesen Wert auf 1,29 kg. Das entspricht einer Mehrproduktion von 8% - für diese Art von Fütterungsstudien ist das ein bemerkenswert deutlicher Unterschied zwischen den Futtersorten. Eine Analyse der Ergebnisse mit statistischen Methoden zeigte, dass die Unterschiede nicht auf einer natürlichen Schwankung, sondern auf einem Unterschied zwischen den Sojabohnen beruhen. (...) Auf Nachfrage von Greenpeace konnte uns kein Wissenschafter eine plausible Erklärung für diese veränderte Wirkung der Gensoja auf den Stoffwechsel von Kühen liefern. (...)"

Greenpeace Pressecommuniqué inkl. Anhang vom 17. September 1997

Stellungnahme: Bei der von Greenpeace zitierten Untersuchung handelt es sich um eine von der Firma Monsanto durchgeführten Fütterungsstudie mit verschiedenen Tieren, darunter Milchkühe. In der Presseerklärung führt Greenpeace eigene Berechnungen auf, und nicht die tatsächlichen Daten der als Quelle zitierten Tabelle 7 im Journal of Nutrition (Vol. 126, Seite 725). Die geringfügigen Unterschiede im Milchfettgehalt jener Kühe, die mit RR-Soja gefüttert wurden, und jener Kühe, die mit herkömmlicher Soja gefüttert wurden, sind kein Rätsel für die Wissenschafter der zuständigen Genehmigungsbehörden: "...Festzustellen ist demnach, dass mit gentechnisch veränderten Sojabohnen gefütterte Kühe aufgrund praxisüblicher Unterschiede bei der Futteraufnahme etwas mehr gefressen und in Folge mehr Milch gegeben haben. Die Unterschiede in der Milchmenge und dem Milchfettgehalt liegen im Bereich natürlicher Schwankungen bei Milchvieh und sind statistisch nicht bedeutsam. Sie stehen in keinem kausalen Zusammenhang mit der gentechnischen Veränderung an der Sojabohne. Für das Robert-Koch-Institut besteht deshalb keinerlei Anlass, von der ursprünglich abgegebenen Risikobewertung und der Zustimmung zum Inverkehrbringen der gentechnisch veränderten Sojabohne abzuweichen." (Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts vom 20. September 1997). Die erwähnte Fütterungsstudie wurde vor über einem Jahr in der oben genannten Publikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie war Bestandteil der Zulassungsanträge für die RR-Soja in den USA, in der EU und in der Schweiz. Die Untersuchung wurde somit von Wissenschaftern aller beteiligten Zulassungsbehörden geprüft und für die Zulassung berücksichtigt. Greenpeace behauptet ferner, Experten zur Studie befragt zu haben. Dazu ist festzustellen, dass mit keinem der mit der Untersuchung befassten Wissenschafter der Firma Monsanto ein Gespräch stattgefunden hat. "Wir schliessen daraus, dass Greenpeace an einer objektiven Klärung gar nicht interessiert ist, sondern nach bewährtem Muster der Verunsicherungstaktik verfährt, das lediglich den Spendenfluss ankurbeln soll", kommentiert Monsanto-Sprecher Helmut Wagner (Presseinformation von Monsanto vom 18. September 1997).

Quellen: erwähnt, Dezember 1997
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