Sojabohne und Östrogene
Aussagen: "...wir müssen befürchten, dass die RR-Soja grosse Mengen an Pseudo-Östrogenen produziert, wenn sie mit dem Roundup-Unkrautvertilgungsmittel bespritzt wird. Es wird heute vermutet, dass Östrogen-Hormone eine wichtige Rolle bei Brustkrebs spielen..."
"...doch sämtliche Risikountersuchungen wurden an manipulierten Sojapflanzen vorgenommen, die nie mit Roundup behandelt wurden. Es wurde nie untersucht, was für Folgen die Behandlung der Gentech-Pflanze mit Roundup hat..."
"Das Fremdgen für Herbizidresistenz hatte bei Bohnen einen zusätzlichen Stoffwechsel ausgelöst, so dass diese in den Blättern und Früchten eine hormonwirksame Substanz produzierten. Diese veränderte schon in geringen Mengen das Uteruswachstum von Mäusen."
Stellungnahme: "Die Schweizerische Arbeitsgruppe (SAG) und ihr nahestehende Organisationen konstruieren in ihren jüngsten Schriften, Leserbriefen und im Schreiben an Bundesrätin Ruth Dreifuss einen wissenschaftlich unhaltbaren kausalen Zusammenhang zwischen der gentechnisch veränderten Roundup Ready-Soja (RR-Soja) von Monsanto, Pseudo-Östrogenen und gesundheitlichen Risiken, insbesondere für Frauen und Kinder. Als Quelle ihrer Vermutungen, wonach die RR-Soja nach Behandlung mit dem Herbizid Roundup grosse Mengen an Pseudo-Östrogenen produziert, gibt die SAG eine Studie aus dem Jahr 1988 an - ein Zeitpunkt, zum dem es noch gar keine RR-Soja gab. Die in der genannten Studie relevante Stelle besagt, dass herkömmlich gezüchtete Bohnen (Phaseolus vulgaris) - also nicht Sojabohnen und schon gar nicht transgene Sojabohnen - nach Besprühen mit Glyphosat (Wirksubstanz von Roundup) ein östrogenwirksames Isoflavonoid (Cumöstrol) induzieren. Pseudo-Östrogene sind Substanzen, die in der Umwelt vorkommen und die Funktion von Hormonen beeinflussen oder nachahmen. Einige zu den organischen Chlorverbindungen gehörende Pestizide enthalten Pseudo-Östrogene. Das Herbizid Roundup hingegen enthält keine Pseudo-Östrogene, wie eine derzeit noch nicht publizierte, vom Öko-Institut Freiburg mitverfasste Sicherheitsstudie belegt. Viele Pflanzen, darunter Bohnen, Erbsen, Brüsseler, Kohl, Spinat und Sojabohnen, produzieren Substanzen, die eine östrogenartige Wirkung auf Menschen haben. Diese werden ihrer Herkunft entsprechend als Phyto-Östrogene bezeichnet. Phyto-Östrogene der Sojabohne, nämlich die Substanzen Genistein und Daidzein gehören zu den Phyto-Östrogenen, für die eindeutig eine antioxidative und eine krebshemmende Wirkung nachgewiesen ist. Auf diese Tatsache machte Prof. Dr. Michael Teuber, Institut für Lebensmittelwissenschaften, ETH Zürich, mit einem Leserbrief im "Tages Anzeiger" (18.2.1997) aufmerksam. Gemäss einer Publikation des "American Institute of Nutrition" (1996) ist der Gehalt an Fettsäuren, Eiweissen, Kohlehydraten, Aminosäuren sowie Phyto-Östrogenen bei RR-Soja und herkömmlicher Soja identisch. Entgegen der Behauptung von Florianne Koechlin wurde auch mit Roundup bespritzte RR-Soja untersucht. Diese zeigte gegenüber herkömmlicher Soja ebenfalls keine erhöhte Bildung von Phyto-Östrogenen. Die Resultate dieser Untersuchungen sind Bestandteil der Bewilligungsunterlagen, die dem Bundesamt für Gesundheitswesen eingereicht wurden, wie PD Dr. Urs Pauli gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" (6.2.1997) bestätigte."
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Letzte Änderung: 2004-09-21 16:09:16