Donnerstag 26. November 2009,
Kongresshaus Zürich
1. Zusammenfassung
Die Diskussion um Tierversuche wird dominiert von harten Fronten zwischen den Vertretern der gegensätzlichen Positionen. Mit einer Podiumsdiskussion bot die Stiftung Gen Suisse die Möglichkeit der Konfrontation, Argumentation und Stellungnahme zu gegenseitigen Vorwürfen.
In der Diskussionsrunde vertreten waren:
Prof. Adriano Aguzzi, Prionenforscher der Universität Zürich:
Ständerätin Christine Egerszegi, Präsidentin der Stiftung 3R:
Dr. Julika Fitzi, Tierärztin und Vertreterin des Schweizerischen Tierschutzes:
Prof. P. Herrling, Forschungsleiter Novartis:
Dr. Stefanie Schindler, Vertreterin der Stiftung Animal Free Research:
Dr. Hans Sigg, Tierschutzbeauftragter der Universität und ETH Zürich
Die Moderatorin Marina Villa leitete die Diskussion durch 4 Themenblöcke:
Chancen und Grenzen von Alternativmethoden
Während 1983 noch ca. 2 Millionen Tiere zu Forschungszwecken eingesetzt wurden, konnte diese Zahl auf den heutigen Stand von rund 750'000 Tieren reduziert werden. Mit dazu beigetragen hat die Entwicklung von Alternativmethoden; Zell- und Gewebekulturen aber auch Computermodelle können den klassischen Tierversuch ersetzen. Forscher sind sich jedoch einig, dass es Fragestellungen gibt, die nur am Tier untersucht werden können. "Zellkulturen eignen sich, um das molekular Zusammenspiel von Zellen oder Eiweissen zu untersuchen. Schlussendlich muss aber im Tierversuch überprüft werden, wie biologische Mechanismen im intakten Organismus funktionieren" stellte Herr Sigg zu Anfang klar. Dem wollten Frau Fitzi zwar nicht grundsätzlich widersprechen, allerdings war sowohl sie als auch Frau Schindler der der Meinung, das Potential der Alternativmethoden würde zu wenig genutzt und die Entwicklung der Methoden zu wenig gefördert. Frau Schindler forderte von den Forschern mehr Kreativität um Alternativmethoden zu finden oder die wissenschaftliche Fragestellung entsprechend anzupassen. Immer wieder betonten beide, wie sehr sie davon überzeugt sind, dass bei einem Verbot eines Tierversuchs die Wissenschafter in kurzer Zeit entsprechende Alternativmethoden zur Weiterführung ihrer Forschung entwickeln könnten.
"Tierversuche sind teuer, zeitaufwändig und kein Forscher fügt einem Tier gerne Schaden zu. Es ist im Interesse des Forschers Alternativmethoden anzuwenden" so Adriano Aguzzi. Seine Forschungsgruppe konnte eine Methode mit Gewebekulturen entwickeln, dank der auf viele Versuchstiere verzichtet werden kann. "Diese Methode ist billiger, effizienter und besser reproduzierbar als der herkömmliche Tierversuch. Die Mechanismen, die damit erforscht werden, müssen aber eines Tages auch am Tier verifiziert werden" erklärte Herr Aguzzi. Dass Alternativmethoden auch an ihre Grenzen stossen erläuterte er an Beispielen seiner früheren Arbeiten an der Prionenkrankheit.
Güterabwägung bei Tierversuchen
Forschung mit Tierversuchen dient dazu Krankheiten zu verstehen und zu behandeln. Da vergleichbare Experimente am Menschen nicht möglich sind oder nur beschränkt durchgeführt werden können, sind Tierversuche nach der Meinung von Herrn Herrling nicht nur ethisch vertretbar sondern erforderlich. "Die Medizin steht noch in den Anfängen" ergänzte Herr Aguzzi. "Um Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Autoimmunerkrankungen zu behandeln braucht es noch viel Forschung. Dabei geht es nicht nur um das Leid des Tieres sondern auch um menschliches Leid."
Bei der Planung und Bewilligung von Tierversuchen führen Forscher und Tierversuchskommissionen eine Güterabwägung durch. Dabei wird das Gut "Erkenntnisgewinn" beziehungsweise "medizinischer Nutzen" gegen das Gut "Wohl des Tieres" abgewogen. Aus der Sicht von Frau Schindler und Frau Fitzi wird diese Güterabwägung viel zu wenig sorgfältig vorgenommen. Frau Schindler betonte, dass ihre Stiftung nicht die Forschung ablehnt, sondern dass es ihr längerfristiges Ziel ist, Tierversuche aller Schweregrade durch versuchstierfreie Methoden zu ersetzen. Sie und Frau Fitzi waren sich einig, dass kein Erkenntnisgewinn
2. Audioaufnahmen
Einleitung
Prof. Peter Gehr, Präsident der Stiftung Gen
Suisse.
Vorstellen der Referenten.
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Einstieg in die Diskussion
Marina Villa, Diskussionsleiterin
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Sind Tierversuche unersetzlich?
Chancen und Grenzen von Alternativmethoden.
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Wann sind Tierversuche
unverantwortlich?
Güterabwägung bei Tierversuchen.
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Das Prinzip der 3R: Replace,
Reduce, Refine
Die Anzahl Tierversuche ist seit einigen Jahren
wieder ansteigend. Sind die Möglichkeiten von
Reduce und Replace ausgeschöpft?
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Tierschutz in der
schweizerischen Gesetzgebung
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Diskussion mit dem Publikum
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Schlusswort
Prof. Peter Gehr, Präsident der Stiftung Gen
Suisse.
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3. Zu den Referenten
Professor Dr. med. Adriano Aguzzi
Tierversuche in der Grundlagenforschung
An den Hochschulen bzw. in der Grundlagenforschung ging die Anzahl der Tierversuche zwischen
1983 und 2000 stark zurück, steigt seit 2000 jedoch wieder an. Ein Grossteil der Tiere sind
gentechnisch veränderte Mäuse. Den Forschenden wird vorgeworfen, in ihrer Wissbegierde und unter
Erfolgsdruck zuwenig Alternativmethoden anzuwenden und lieber auf den etablierten Tierversuch zu
setzen.
In der Natur der Grundlagenforschung liegt, dass ihr direkter medizinischer Nutzen nicht so leicht abgeschätzt werden kann. Ob Erkenntnisgewinn als Nutzen in der Güterabwägung zum Leid des Tieres gleich gewertet werden kann wie direkter medizinischer Nutzen, ist Gegenstand grosser Debatten. Tierversuche in der Grundlagenforschung stossen auf bedeutend weniger Akzeptanz, als Tierversuche in der angewandten medizinischen Forschung.
Zur Person
Prof. Adriano Aguzzi ist Professor für Neuropathologie an der Medizinischen Fakultät der Universität
Zürich, Direktor des Instituts für Neuropathologie und Vorsteher des Departements Pathologie am
Universitätsspital Zürich.
Prof. Aguzzi forscht vor allem auf dem Gebiet der Neurodegeneration. Bekannt geworden ist er durch die Aufklärung der Ausbreitungswege der Prionen (BSE-Erreger) von peripheren Organen in das zentrale Nervensystem. Er ist ebenfalls Gründer und Direktor des seit 1995 bestehenden Nationalen Referenzzentrums für Prionen-Erkrankungen und hat verschiedene Patente zur Diagnostik und Therapie von Prionenerkrankungen entwickelt.
Im Laufe seiner Forschungstätigkeit wurde Adriano Aguzzi vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ernst Jung-Preis 2001, dem Robert Koch-Preis 2003 und 2009 mit dem Antonio Feltrinelli-Preis. Ferner wurde er von den Universitäten Liège, Bologna und Teramo zum Ehrendoktor für Medizin und Biologie ernannt. Er ist Mitglied der Editorial Boards von über 20 Fachzeitschriften und ständiger Gutachter bei Nature, Nature Medicine und The Lancet. Er hat über 280 Originalbeiträge sowie zahlreiche Übersichtsartikel und Bücher verfasst.
Adriano Aguzzi ist im Vorstand des Vereins Forschung für Leben.
Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist
Präsidentin der Stiftung Forschung 3R
Stiftung Forschung 3R (Reduction, Refinement, Replacement (3R) of Animal Experimentation)
Ziel: Förderung der Forschung im Bereich Alternativen zu Tierversuchen und zur Verbesserung von Tierversuchen
Die Stiftung besteht seit 1987 und wurde gegründet auf Initiative von Parlamentariern verschiedener Parteizugehörigkeit. Sie wird paritätisch finanziert von Bund und Industrie.
Stiftungsrat
Parlament Ch. Egerszegi-Obrist, Ch. Galladé
Tierschutz P. Bossard, F.P. Gruber
Interpharma P. Herrling, S. Matile-Steiner
BVET H. Hans Wyss, U. Moser
Ein Expertenausschuss mit 10 WissenschaftlerInnen von Hochschulen und Industrie evaluiert die eingereichten Forschungsprojekte.
Tätigkeit
Finanzierung von Forschungsprojekten. Mit der Unterstützung von weit über 100 Projekten im Bereich
der Alternativmethoden hat die Stiftung 3R einen grossen Beitrag geleistet, damit unzählige
Versuchstiere geschont werden können.
Beispiele von unterstützten Forschungsprojekten:
Zur Person
Frau Christine Egerszegi-Obrist begann ihre politische Laufbahn 1984 - mit dem Engagement für die
FDP. Von 1989 bis 1995 war sie Mitglied des Grossen Rates Aargau. 1995 wurde sie in den
Nationalrat gewählt, im Jahr 2006/07 war sie Nationalratspräsidentin. Seit Oktober 2007 vertritt Frau
Egerszegi-Obrist den Kanton Aargau im Ständerat. Sie ist u.a. in der Kommissionen für soziale
Sicherheit und Gesundheit des Ständerates.
Christine Egerszegi-Obrist ist Präsidentin der Stiftung 3R, Vizepräsidentin der Stiftung Gen Suisse, Präsidentin der schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik und Mitglied des Schulrats Fachhochschule Nordwestschweiz.
Dr.med. vet. Julika Fitzi-Rathgen
Fachstelle Tierversuche und Gentechnologie, Schweizer Tierschutz STS
Schweizerischer Tierschutz
Ziel: Der Schweizer Tierschutz STS tut tagtäglich sein Möglichstes, das Recht der Tiere auf Würde und tiergerechtes Dasein durchzusetzen. Er tut dies mit permanenter Aufklärung und Hilfe vor Ort, gezielten Aktionen und politischer Arbeit.
Die STS-Sektionen sind in der ganzen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein tätig. Ausserdem ist der STS Mitglied der «World Society for the Protection of Animals» (WSPA; Welttierschutzgesellschaft) und der EuroGroup, einer Vereinigung der grossen nationalen Tierschutzorganisationen Europas. EuroGroup ist die offizielle «Tierlobby» bei der Europäischen Union (EU).
Vier Mal im Jahr erscheint das Magazin des STS ~Tierreport~. Tierreport informiert aktuell über nationale und internationale Tierschutzaktivitäten, zeigt Hintergründe auf und gibt Tipps zur richtigen Haltung von Tieren.
Die Webseite des STS enthält viele aktuelle Informationen, Kampagnen, Publikationen und Adressen rund um den Tierschutz sowie einen Webblog.
Der Schweizer Tierschutz STS wird zum grössten Teil durch finanzielle Beiträge seiner GönnerInnen getragen.
Zur Person
Dr. med. vet. Julika Fitzi-Rathgen
geboren am 14. Juli 1965 in München
verheiratet mit Tierarzt Roger Fitzi
Mutter zweier Söhne (10 und 12 Jahre alt)
1994 Abschluss Studium der Veterinärmedizin in München (Ludwig-Maximilian-
Universität)
1994 - 1996 Assistenztierärztin in Gemischtpraxen
Seit 1996 praktische, kurative Tätigkeit in eigener Kleintierpraxis in Abtwil/S
2000 Erlangung der Doktorwürde an der Universität Zürich
2000 - 2004 Consulting im Bereich Clinical Research
Seit 2006 Jurastudium
Seit 2008 Leiterin der Fachstelle Tierversuche beim Schweizer Tierschutz STS.
Prof. Paul Herrling
Tierversuche in der Industrie
Die Anzahl Tierversuche in der Industrie ist seit 1983 sehr stark zurückgegangen. Dies ist nicht zuletzt der Anwendung von Alternativmethoden zu verdanken, insbesondere im Bereich der Toxikologie. Tierversuche in der klinischen und der angewandten medizinischen Forschung finden allgemein eher Akzeptanz als Tierversuche in der Grundlagenforschung. Trotzdem wird der Industrie vorgeworfen, Geld auf Kosten der Tiere zu machen. Novartis wurde erst kürzlich wieder zur Zielscheibe von militanten Tierschützern.
Zur Person
Professor Paul Herrling ist seit November 2002 Leiter Corporate Research bei Novartis. Daneben ist
er Vorsitzender des Boards des Novartis Institute for Tropical Diseases in Singapur, ein Engagement
von Novartis zur Förderung der medizinischen Forschung auf dem Gebiet der progressiven Infektionsund
Parasitenkrankheiten.
Weiter hat Paul Herrling die Aufsicht über das Friedrich-Miescher-Institut in Basel inne und ist Bord- Mitglied des Genomics Institute der Novartis Research Foundation in La Jolla, Kalifornien sowie weiterer Forschungsinstitute.
Vor seiner gegenwärtigen Position war Paul Herrling Leiter der weltweiten Forschung von Novartis Pharma und gehörte dem Pharma Executive Committee (PEC) an. In dieser Position leitete er die Integration der Forschungsorganisationen von Sandoz und Ciba-Geigy nach deren Fusion zu Novartis im Jahre 1996. Viele Elemente der neuen Forschungsstrategie des Konzerns gehen auf ihn zurück.
Paul Herrling trat 1975 in die Sandoz Pharma ein und war in verschiedenen Positionen in der Forschung von Sandoz in Basel und Wander in Bern tätig. Im Jahre 1985 wurde er Leiter des Sandoz Forschungsinstituts in Bern sowie Leiter der Abteilung für vorklinische ZNS-Forschung bei Sandoz Pharma in Basel. Im Jahre 1992 wurde er zum Leiter der Vorklinischen Forschung von Sandoz Pharma in Basel ernannt und 1994 zum Leiter von Corporate Research.
Zugleich ist Paul Herrling Professor für Biopharmakologie und Arzneistoffwissenschaften (Drug Discovery Science) an der Universität Basel und Full Adjunct Professor am Harold Dorris Neurobiological Institute des Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien. Er erwarb seinen Doktortitel 1975 an der Universität Zürich und war "Post-doctorate fellow" am Neuropsychiatric Institute der University of California in Los Angeles (UCLA).
Neben seiner vielseitigen wissenschaftlichen Publikationstätigkeit gehört Paul Herrling auch verschiedenen leitenden Organen an: dem Board of Trustees des Scripps Research Institute; er ist Vizepräsident des ETH-Rats und im Scientific Advisory Committee der Initiative Drugs for Neglected Diseases (DNDi).
Dr. Hans Sigg
Tierschutzbeauftragter UZH/ETH Zürich
Als Tierschutzbeauftragte unterstützt Hans Sigg die Forscher bei der Planung und tierschonenden Durchführung von Versuchen und berät die Forschenden bei der Erstellung von Tierversuchsgesuchen. Er engagiert sich auch in der Ausbildung des Fachpersonals für Tierversuche sowie Tierpflegerinnen und Tierpfleger und deren Begleitung in der Praxis.
Die Forschung an der Universität und der ETH Zürich gehört heute in vielen Life-Science Bereichen zur weltweiten Spitze. Seit jeher ist die biomedizinische Forschung mit Tierversuchen verbunden. Obwohl die Entwicklung neuer Methoden zahlreiche Tierversuche ersetzen konnte, ist in vielen Bereichen ein Ersatz nicht absehbar. Die Möglichkeiten der Gentechnologie und neue diagnostische Methoden, die erlauben biologische Mechanismen am lebenden Tier zu verfolgen, führen zu einer Zunahme der Tierversuche an den Hochschulen.
Durch vorbildliche Tierhaltung, sachgerechte Ausbildung der beteiligten Personen, sorgfältige Versuchsplanung und Nutzung aller Möglichkeiten zur Leidensverminderung der Tiere soll dem Tierschutz Rechnung getragen werden. Der Tierschutzbeauftragte unterstützt die Hochschulen bei der Verfolgung dieses Ziels durch Beratung und Kontrollen.
Zur Person
Dr. Hans Sigg promovierte in den Naturwissenschaften im Bereich Zoologie / Verhaltensökologie von
freilebenden Pavianen. Er war Forschungsassistent am Zoologischen Institut, Abteilung Ethologie und
Wildforschung und untersuchte später bei Ciba-Geigy den Einfluss von Psychopharmaka auf das
Sozialverhalten von Rhesusaffen. Darauf war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Biologischen
Zentrallabor am Universitätsspital Zürich tätig.
Von 1986 bis 1992 war Hans Sigg Leiter der zentralen Tierhaltung am Nestlé-Forschungszentrum in Lausanne und wechselte dann zum kantonalen Veterinäramt Zürich. Seit 2005 ist Hans Sigg Tierschutzbeauftragter der Universität Zürich und der ETH Zürich.
Hans Sigg ist Gründungsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Versuchstierkunde (SGV), wo er die Ausbildungskommission leitete und mehrere Jahre im vorstand tätig war, darunter 6 Jahre als Delegierter der SGV in der Federation of European Laboratory Animal Science Associations (FELASA). Er war Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins für die Aus- und Weiterbildung in Versuchstierpflege und Präsident des Schweizerischen Verbandes für die Berufsbildung in Tierpflege.
Während 12 Jahren war Hans Sigg Mitglied der Ethikkommission für Tierversuche der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften und der Akademie der Naturwissenschaften.
Dr. Stefanie Schindler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Animal Free Research
Animal Free Research
Ziel: «Den Menschen ihre Verantwortung gegenüber dem Tier als Versuchsobjekt klar machen und die Entwicklung von Methoden fördern, die Tierversuche ersetzen können und gültige Aussagen erlauben».
1976 wurde die Stiftung «Fonds für versuchstierfreie Forschung» FFVFF gegründet. 2007 wurde die Stiftung in "Animalfree Research" umbenannt.
Tätigkeit
Animalfree Research ist seit mehr als dreissig Jahren im Einsatz für Alternativen zu Tierversuchen.
Die Stiftung fördert und begleitet Forschungsprojekte, die den Ersatz oder zumindest die Reduktion
von Tierversuchen vorantreiben.
Animalfree Research will den Dialog mit der Wissenschaft suchen, Forschende bei der Entwicklung
von Alternativen unterstützen, eine gesellschaftliche Diskussion zu Tierversuchen anregen und zur
politischen Meinungsbildung zu Tierversuchen beitragen.
Beispiele von unterstützten Forschungsprojekten:
In Zusammenarbeit mit dem Toxikologen Prof. Gerhard Zbinden veröffentlichte die Stiftung Animalfree
Research 1982 eine Literaturstudie über den LD50-Test. Mit dem LD50-Test wird die tödliche Dosis
giftiger Stoffe geprüft. Die Literaturstudie, welche den geringen wissenschaftlichen Informationswert
dieses Testes aufzeigte, fand weltweite Beachtung und trug dazu bei, dass der LD50-Test heute nicht
mehr angewendet wird.
2009 unterstützt Animalfree Research die praktische Entwicklung einer Inhalationskammer zur
Marktreife, die Tierversuche in einem grossen methodischen Bereich, wie z.B. der Toxizitätstestung
oder der Medikamententestung sowie der Grundlagenforschung vollständig ersetzen kann. Diese
Kammer hat das Potential, national und international viele verschiedene, auch hochbelastende
Tierversuche, in grossem Stil zu ersetzen.
Über die neusten Ergebnisse aus der internationalen Erforschung und Entwicklung von Alternativen
zu Tierversuchen informiert die Zeitschrift ALTEX, die schon 1984 vom FFVFF aus der Taufe
gehoben wurde.
Zur Person:
Berufsausbildung
09/90 - 09/97 Studium der Veterinärmedizin an der Justus-Liebig-Universität Giessen
Abschluss: Staatsexamen
10/97 Erteilung der Approbation
Berufliche Tätigkeit (Auszüge)
2000 - 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Biochemische Pharmakologie
(Professor Wendel) der Universität Konstanz
02/2000 - 03/2005 Dissertation in der Tiermedizin (Freie Universität Berlin)
01/2003 - 08/2005 Dissertation in den Naturwissenschaften (Universität Konstanz)
06/2000 - 03/2004 Internationale Validierung einer in vitro Alternativmethode zum Tierversuch
08/2005 Abschluss: Promotion (Dr. med. vet. )
01/2006 Abschluss: Promotion (Dr. rer. nat.)
seit 06/2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Stiftung Animalfree Research
4. Teilnehmerliste
© 2010
, Postfach, 3000 Bern 14 - Tel.: +41 31 356 73 84, Fax +41 31 356 73 01
Letzte Änderung: 2010-01-25 08:59:49