Katalysator
Reaktionsbeschleuniger.
Mikroorganismen
→Bakterien, →Viren, einzellige Pilze und Algen.

4 Weisse Biotechnologie und Umweltschutz

4.1 Biokatalyse

Enzyme sind biologische Katalysatoren - sie beschleunigen chemische Reaktionen. Sie arbeiten nicht nur sehr schnell und genau, sondern auch umweltfreundlich: in wässrigem Milieu, bei gemässigtem pH-Wert, Druck und gemässigter Temperatur. Der grosstechnische Einsatz der Biokatalyse löst daher viele umweltbelastende Verfahren ab, etwa in der Papier-, Lederund Textilindustrie sowie bei der Herstellung von Reinigungsmitteln und anderen Chemikalien. Die Produktion von Enzymen erfolgt heute fast ausnahmslos mit gentechnisch veränderten (GV) Organismen. Die gentechnische Produktion ist bedeutend umweltschonender als alle herkömmlichen Methoden. Für die Gewinnung des Enzyms Glucosidase z.B. werden dank gentechnisch veränderter Hefe 80 % weniger Strom verbraucht, und die Produktionsabfälle sind um 97 % reduziert.

Waschen und Entrosten
In unserem Alltag setzen wir Enzyme beispielsweise in der Waschküche ein. Die handelsüblichen Waschmittel enthalten Enzyme, die darauf spezialisiert sind, Fette, Stärke und Eiweisse abzubauen, wodurch die Sauce- und Spaghetti-Flecken verschwinden. Dank dieser Enzyme konnte die Waschtemperatur von 90 auf 40 Grad reduziert und die Waschleistung verbessert werden. In der Textilindustrie kommen Enzyme bei der Bleichung von Jeans zum Einsatz. Statt umweltschädlicher chlorhaltiger Substanzen wird das gentechnisch hergestellte Enzym Laccase eingesetzt, um «stonewashed» Jeans herzustellen. Ein anderes Beispiel kommt aus dem Bereich des Metallbaus: Die zur Entrostung eingesetzten Stoffe enthalten gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien. Es gibt Mikroorganismen mit der Fähigkeit, Rostschichten abzutragen. Die Forschung arbeitet daran, diesen Vorgang zu verbessern und eine umweltfreundliche Entrostungsalternative zu entwickeln.
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