Sicherheit:
Als 1973 die erste gentechnische Veränderung eines Bakteriums gelang, war die Wissenschaftswelt nicht nur fasziniert, sondern auch wachsam. Forscherinnen und Forscher aus aller Welt trafen sich im kalifornischen Asilomar, um Risiken der Gentechnik zu diskutieren. Die erarbeiteten Richtlinien bildeten die Basis für sicheres Arbeiten mit GV-Organismen. Seither wurden sie laufend erweitert. Bereits vor der Zeit der Gentechnik arbeiteten Forscherinnen und Forscher mit Mikroorganismen, teils auch mit gefährlichen wie dem Pockenvirus. Diese Erfahrung im sicheren Umgang mit Bakterien und Viren war sehr nützlich für das Handhaben gentechnisch veränderter Organismen in Laboratorien und Produktionsanlagen.
Bei den Verfahren der weissen Gentechnik wie Biokatalyse und Biosynthese werden keine GV-Organismen in die Umwelt freigesetzt. Die Produktion erfolgt in geschlossenen Systemen. Im Endprodukt findet sich keine DNA, sondern nur das Enzym (etwa beim Waschmittel). Strenge Vorschriften über die technischen Vorkehrungen wie Sicherheitsfilter oder Abwasserbehandlungen gewährleisten die Sicherheit im Labor und in den biotechnologischen Produktionsstätten.
Arsen ist als giftige Substanz im Grundwasser eine grosse Bedrohung. In Entwicklungsländern wird das Wasser vielerorts mit Handpumpen gefördert und ohne Kontrolle und Aufbereitung konsumiert, was bei belastetem Wasser zu Arsenvergiftungen und
Krebs führt. Da die Menge des Giftes stark schwankt, muss das Wasser in den Brunnen regelmässig kontrolliert werden. Dazu ist ein einfaches und billiges Nachweisverfahren nötig. Dies bietet ein
Bioindikator, der auf gentechnisch veränderten Bakterien beruht.
Bioindikatoren erlauben den Nachweis von Chemikalien in einer Luft-, Boden- oder Wasserprobe. Der Arsennachweis beruht auf der Fähigkeit von Darmbakterien, Arsen zu erkennen und mit der Produktion eines Abwehrproteins zu reagieren. Forschenden ist es gelungen, die Bakterien so zu verändern, dass sie in Reaktion auf Arsen ein Enzym produzieren, das eine farblose Substanz in einen blauen Farbstoff umwandelt. Die
transgenen Bakterien werden auf Papierstreifen aufgetragen. Wird der Teststreifen mit Brunnenwasser benetzt, kann an der Blaufärbung der Arsengehalt abgelesen werden. Das preisgekrönte Verfahren wird bereits in der Praxis eingesetzt.
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Letzte Änderung: 2009-05-08 10:04:22