Freisetzungsversuch
Ausbringen gentechnisch veränderter Organismen (→GVO) vom geschlossenen Forschungslaboratorium in die Umwelt.
Transgen
→Gentechnisch verändert.

3 Landwirtschaft und Ernährung

3.2 Vom Labor aufs Feld

Sicherheit:
Die Schweiz verfügt über eines der weltweit strengsten Regelwerke für transgene Pflanzen. Wird eine transgene Pflanze kommerziell angebaut, sind Langzeituntersuchungen - man spricht von Monitoring - vorgeschrieben. Die Biosicherheitsforschung konzentriert sich auf Fragestellungen wie: Beeinträchtigen insektenresistente Kulturpflanzen neben dem Schädling auch andere Organismen auf dem Feld oder im Boden? Können sich Transgene via Pollenflug auf verwandte Wildarten ausbreiten? Führt ein solcher Gentransfer zu negativen ökologischen Auswirkungen? Die bisher vorliegenden Erkenntnisse aus weltweit Tausenden von Feldversuchen und jahrelangem kommerziellem Anbau liefern allerdings keine Hinweise, dass transgene Kulturpflanzen zu Umweltschäden geführt haben. Bislang deutet nichts darauf hin, dass die Gentechnik neue, aus der klassischen Züchtung nicht bekannte und möglicherweise unkontrollierbare Probleme hervorrufen könnte.

Gemäss dem Schritt-für-Schritt-Konzept werden gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) vor ihrer Freisetzung umfangreichen Sicherheitsprüfungen unterzogen. Erst wenn nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gesichert ist, dass eine transgene Pflanze ebenso unbedenklich ist wie andere Gewächse, folgt der Schritt ins Freiland. Kontrollierte Feldversuche sind entscheidend, denn nur im Freiland zeigt sich, ob sich eine transgene Pflanze unter den komplexen Bedingungen der Natur bewährt. Neben der Wirksamkeit der gentechnisch eingefügten Eigenschaft werden mögliche unerwünschte Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie auf die Umwelt überprüft. Bis eine GV-Sorte die Zulassung für den kommerziellen Anbau erhält, vergehen durchschnittlich 10 bis 15 Jahre.

Situation in der Schweiz
Die ersten Freisetzungsversuche in der Schweiz wurden 1991/92 von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt in Changins mit transgenen, virusresistenten Kartoffeln durchgeführt. Dem dritten und vorläufig letzten Feldversuch - ein Forschungsteam der ETH Zürich testete eine pilzresistente Weizensorte - ging ein jahrelanges politisches Seilziehen voraus. Auch nach erfolgter Bewilligung wurde der Versuch von Protesten gentechnisch-kritischer Kreise begleitet. Mit der Annahme der Gentechfrei-Initiative im November 2005 wurde der kommerzielle Anbau transgener Pflanzen in der Schweiz für fünf Jahre verboten. Weiterhin erlaubt sind Feldversuche zu Forschungszwecken.
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