Herbizid
Chemisches Unkrautvertilgungsmittel, Pflanzen abtötender Stoff.
Mikroorganismen
→Bakterien, →Viren, einzellige Pilze und Algen.
Transgen
→Gentechnisch verändert.

3 Landwirtschaft und Ernährung

3.4 Lebensmittel

In der Schweiz sind einige gentechnisch veränderte Pflanzen sowie verschiedene Produkte aus transgenen Mikroorganismen als Lebensmittel bzw. als Bestandteile von Nahrungsmitteln zugelassen.

Enzyme und Zusatzstoffe
Enzyme sind spezielle Proteine, die chemische Reaktionen beschleunigen. Sie kommen als Verarbeitungshilfsstoffe in der Lebensmittelproduktion seit Jahrzehnten zum Einsatz. Beispiele aus der Praxis sind das Enzym Chymosin (Labferment) zur Herstellung von Käse oder Pektinasen zur Produktion von Fruchtsäften. Mehr als 90 % der eingesetzten Enzyme stammen heute aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Diese erlauben es, die Enzyme reiner, effizienter und umweltfreundlicher herzustellen. Auch Zusatzstoffe wie Vitamine, Süssstoffe, Farbund Konservierungsstoffe werden zunehmend mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen.

Mikroorganismen
Mehr als ein Viertel unserer Nahrungsmittel wird mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt. Als Starterkulturen werden Hefen zur Produktion von Brot, Wein und Bier eingesetzt, Milchsäurebakterien helfen bei der Herstellung von Joghurt oder Sauerkraut. Zudem finden Mikroorganismen Verwendung als Schutzkulturen, um empfindliche Frischprodukte wie Fleisch vor dem Verderb zu bewahren, indem sie krankheitserregende Keime am Wachstum hindern. Die Forschung erprobt gentechnische Methoden zur Optimierung von Starter- und Schutzkulturen.

Soja mit integrierter Herbizidtoleranz
Seit 1996 ist bei uns eine transgene herbizidtolerante Sojabohne als Nahrungs- und Futtermittel zugelassen. Tausende Lebensmittel enthalten Sojaerzeugnisse, beispielsweise Lecithin als Emulgator in Süsswaren. Grosse Schwierigkeiten beim Sojaanbau bereiten Unkräuter, die nur durch Spritzen von Unkrautbekämpfungsmitteln in Schach zu halten sind. Um die Unkrautkontrolle zu vereinfachen, züchteten Forschende eine Sojasorte, die unempfindlich ist gegen Glyphosat. Glyphosat ist ein Herbizid, das im Boden rasch abgebaut wird. Werden die transgenen Sojafelder mit Glyphosat besprüht, werden die Unkräuter vernichtet, während die Sojapflanze weiter gedeiht. Die Bäuerinnen und Bauern müssen daher das Spritzmittel erst dann einsetzen, wenn die Konkurrenz der Unkräuter für die Sojapflanzen zu gross wird. Die transgene Soja erlaubt zudem eine pfluglose Bodenbearbeitung der Felder, was der Bodenerosion entgegenwirkt. So spart der Landwirt nicht nur Zeit, Energie und Spritzmittel, sondern schont auch die Umwelt.
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Landwirtschaft - Lebensmittel - Bt-Mais
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1. Ein gefürchteter Schädling
Der Maiszünsler ist ein Hauptschädling im Maisanbau. Die Raupen bohren sich in den Stängel und fressen sich durch die Maispflanze. Jährlich vernichtet der Schädling weltweit 7% der Maisernte.
2. Ein Eiweiss mit Wirkung
Das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) stellt natürlicherweise ein Protein her, das für bestimmte Insektenraupen tödlich ist. Für die allermeisten anderen Insekten sowie für Mensch und Tier ist das Bt-Eiweiss unbedenklich.
3. Das Bt-Protein nützen
Aus den Bt-Bakterien isolieren die Pflanzenforscher und -forscherinnen das Gen mit dem Bauplan für das Bt-Eiweiss und bauen es ins Genom von Maispflanzenzellen ein. Bei Pflanzen ist es möglich, ausgehend von einem Blatt oder sogar einzelnen Zellen wieder eine ganze Pflanze heranwachsen zu lassen.
4. Mais mit eingebautem Schädlingsschutz
Die Pflanzen stellen nun in ihren Zellen das Bt-Protein her. Fressen die Raupen an den Blättern und Stängeln, bekommen sie die Wirkung des Bt-Toxins zu spüren - der Befall mit Schädlingen geht stark zurück. Bei neueren Bt-Maissorten wird das Bt-Toxin nur in den grünen Pflanzenteilen, nicht aber in den Körnern produziert.
5. Erfahrungen vom Acker
Bt-Mais bringt in der Regel höhere Erträge, da weniger Pflanzen dem Schädling zum Opfer fallen. Zudem spart der Landwirt Treibstoff und chemische Pflanzenschutzmittel. Weiter zeigte sich, dass Nützlinge wie der Monarchschmetterling in Bt-Maisfeldern mehr geschont werden als in konventionellen, mit Spritzmitteln behandelten Feldern.

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