Fungizid
Chemischer Stoff, der Pilze abtötet.
Resistenz
Widerstandskraft eines Organismus gegen negative äussere Einflüsse, z.B. gegen Trockenheit, Schädlinge oder Krankheiten.
Resistenzgen
→Gen, das für ein →Protein codiert, welches den Organismus gegen bestimmte Umwelteinflüsse z.B. Schädlinge, Gifte oder Kälte widerstandsfähig macht.
Transgen
→Gentechnisch verändert.

3 Landwirtschaft und Ernährung

3.5 Ein GV-Produkt für die Schweiz

Sicherheit:
Gentechnisch veränderte Lebensmittel gehören zu den bestuntersuchten Nahrungsmitteln überhaupt. Sie durchlaufen umfassende Sicherheitsprüfungen. Dazu gehört die Abklärung, ob die neu gebildeten Proteine Allergien auslösen können. Zur Beantwortung dieser Frage stehen verlässliche Computer-, Labor- und Hauttests zur Verfügung. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Toxikologie: Sind transgene Eiweisse oder andere Inhaltsstoffe giftig für Mensch und Tier? Wichtiges Element dieser Prüfungen sind Fütterungsstudien an Tieren. Nur wenn sämtliche Untersuchungen zeigen, dass ein GV-Produkt gleich sicher ist wie ein herkömmliches Lebensmittel, wird es zugelassen. Seit über zehn Jahren werden gentechnisch veränderte Lebensmittel weltweit von Millionen von Menschen konsumiert, ohne dass bisher irgendein gesundheitliches Problem aufgetaucht ist. Übrigens: Gene zu essen, ist nichts Neues. Wir nehmen täglich mit unseren Nahrungsmitteln - ob gentechnisch verändert oder nicht - etwa ein Gramm DNA auf.

Der Pilz Phytophtora infestans löst die Kraut- und Knollenfäule aus und vernichtet jährlich rund ein Fünftel der weltweiten Kartoffelernte. Im Schweizer Kartoffelanbau werden jedes Jahr 50 Tonnen Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel) gegen diese Krankheit gespritzt. Im Biolandbau verwenden die Bäuerinnen und Bauern bis zu 4 kg Kupfer pro Hektar. Kupfer reichert sich im Boden an und kann diesen auf die Dauer unfruchtbar machen. In Südamerika existieren Phytophtora-resistente Wildformen der Kartoffel. Bisherige Versuche, die Resistenzeigenschaften der Wildarten mit traditionellen Zuchtmethoden in kommerzielle Kartoffelsorten einzukreuzen, waren nur wenig erfolgreich. Der Forschung ist die Isolierung einiger der zugrunde liegenden Resistenzgene gelungen. Eine transgene Sorte mit zwei Resistenzgenen wurde 2006 in Deutschland in Feldversuchen getestet. Die Gene lösen in den Kartoffeln Abwehrreaktionen aus, welche die Ausbreitung des Pilzes erschweren. Transgene, pilzresistente Kartoffeln wären auch für Schweizer Bauern eine interessante Option, um den Fungizideinsatz bedeutend zu reduzieren.

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