Biobank
Sammlung von Körperproben wie Blut, Tumorgewebe oder →DNA verknüpft mit den zugehörigen Daten zu Gesundheit und Lebensstil des Probenspenders.
Enzym
→Protein, das als biologischer →Katalysator Stoffwechselvorgänge (chemische Prozesse) auslöst und beschleunigt.
Good Clinical Practice
Ethisch überprüfte Regeln für die Durchführung von medizinischen Behandlungen und →klinischen Studien.
Klinische Studie
Wissenschaftliche Untersuchung einer (neuen) medizinischen Behandlung unter kontrollierten Bedingungen.
Krebs
Bösartige Zellwucherungen (Tumore),die durch unkontrollierte Zellteilungen entstehen.
Multifaktoriell
Durch mehrere Ursachen ausgelöst.
Pharmakogenetik/-genomik
Wissenschaft, welche die vererbbaren Besonderheiten der Verstoffwechselung von Medikamenten untersucht, z.B. die durch →Enzyme bestimmte Geschwindigkeit des Abbaus einer Arznei in der Leber.
2 Medizin
2.2 Forschung am Menschen
Dank des medizinischen Fortschritts können heute unzählige Krankheiten und Verletzungen behandelt oder geheilt werden. Neue Therapien werden - nachdem sie im Labor und an Tieren geprüft wurden - in
klinischen Studien getestet. Aufgrund der Patientensicherheit und ethischer Überlegungen untersteht solche Forschung am Menschen strengen Richtlinien, den sogenannten «
Good Clinical Practice».
Vom Nutzen biologischer Sammlungen
Forschung am Menschen hilft, Krankheiten zu verstehen. Zum Beispiel
multifaktorielle Krankheiten, bei denen sowohl Gene als auch äussere Faktoren wie der Lebensstil eine Rolle spielen. Um den Einfluss der einzelnen Krankheitsfaktoren zu analysieren, werden Patientendaten (Alter, Gewicht, Gewohnheiten etc.) und Gewebeproben gesammelt. Eine systematische Sammlung von Proben wie Blut, Tumorgewebe oder DNA und zugehörige medizinische Angaben bezeichnet man als
Biobank. Die Auswertung der Daten erlaubt, das Auftreten von Krankheiten wie
Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder Asthma besser zu verstehen.
Bestimmung der individuellen Medikamentendosis
Medikamente treten im Körper mit vielen Proteinen in Kontakt.
Enzyme können Medikamente binden und sie in der Leber deaktivieren. Die Aktivität der einzelnen Enzyme ist je nach genetischem Code von Mensch zu Mensch verschieden. Daher wird ein Medikament bei einer Person langsam und bei einer anderen schnell abgebaut. Im zweiten Fall muss eine höhere Dosis verschrieben werden, damit die Arznei richtig wirkt. Dieses Gebiet heisst
Pharmakogenetik. Zu welcher Kategorie ein Mensch gehört, kann der Arzt oder die Ärztin mit einem
DNA-Chip testen, der die Genvarianten bestimmter Leberenzyme untersucht.
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1. Gewebeprobe entnehmen
Gewebeproben mit Krebszellen werden der Patientin entnommen und im Labor untersucht.
2. Den Tumor vergleichen
In Biobanken archivierte Proben anderer Patientinnen erlauben den Vergleich mit ähnlichen Tumorzellen. Auch die krankhaft veränderte DNA in den Krebszellen wird verglichen. Die mit den Proben gespeicherten Informationen geben Auskunft, welche Behandlung bei welchem Tumortyp erfolgreich ist.
3. Genetischer Typ des Tumors
Wird als Ursache der Zellwucherung eine bestimmte Genmutation vermutet, kann mit einer Sonde das fehlerhafte Gen nachgewiesen werden.
4. Biologische Krebsbehandlung
Bei bestimmten Krebserkrankungen führt die Genmutation dazu, dass die Zelle zu viele Proteine herstellt, die als Andockstellen (Rezeptoren) für Wachstumsfaktoren auf der Zelloberfläche liegen. In der Folge teilt sich die Zelle viel zu häufig und beginnt zu wuchern. Die Verabreichung eines therapeutischen Antikörpers, der spezifisch an die Rezeptoren bindet, bringt das übermässige Zellwachstum zum stoppen. Im Gegensatz zur operativen Tumorentfernung oder zur physikalischen Bestrahlung der Krebszellen werden hier biologische Mechanismen für die Therapie eingesetzt.
Weiterführende Links
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Letzte Änderung: 2008-11-20 12:39:37