Rund 7'000 Frauen erkranken in der Schweiz jährlich an Brustkrebs. Die Behandlung umfasst häufig eine Operation und anschliessende Chemotherapie – mit belastenden Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und geschwächtem Immunsystem. Nun zeigen Forschende des University College London: Ein neuer Gentest könnte für viele Patientinnen die Chemotherapie überflüssig machen.
Die Ergebnisse wurden am ASCO-Kongress in Chicago präsentiert. Erstmals wurden auch Frauen mit vier oder mehr befallenen Lymphknoten eingeschlossen – eine Gruppe, die bisher stets eine Chemotherapie erhalten hatte. Zeigte der Test ein geringes Rückfallrisiko, erlitten innerhalb von fünf Jahren nur rund fünf bis sechs Prozent ein Rezidiv. Eine zusätzliche Chemotherapie senkte diesen Wert um lediglich zwei Prozentpunkte – ein Nutzen, den Jens Huber, Chefarzt am Brustzentrum des Kantonsspitals St. Gallen, als «ausgesprochen gering» einordnet.
Für die Praxis bedeutet das: Frauen mit günstigem Testergebnis könnten künftig auf die Chemotherapie verzichten. Ein wichtiger Schritt hin zu einer gezielteren, schonenderen Krebsbehandlung – sofern sich die Ergebnisse in längeren Nachbeobachtungsstudien bestätigen.
Referenzen
1. https://www.ucl.ac.uk/news/2026/may/gene-test-can-safely-spare-many-breast-cancer-patients-chemotherapy (zuletzt abgerufen am 1. Juni 2026)
2. https://dailynews.ascopubs.org/do/optima-genetic-test-determined-chemo-noninferior-chemo-endocrine-early-breast-cancer (zuletzt abgerufen am 1. Juni 2026)
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